Ausbildung

Sommerschule am Flugplatz Merzbrück

Von der Theorie in die Praxis: Dass Fliegen nicht nur theoretischer Bestandteil des Studiengangs Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen ist, durften Studierende der Hochschule hautnah erfahren. Bereits zum achten Mal findet derzeit die zweiwöchige Summer School Flying Practice statt, die den Studierenden der FH die Möglichkeit bietet, den Reiz des Segelfliegens für sich zu entdecken. „Es ist super, wenn man den Lernstoff aus den Vorlesungen auch in der Praxis erfährt. Außerdem macht das Fliegen unbeschreiblich viel Spaß“, so Nico Kottwitz, Student der Luft- und Raumfahrttechnik.
Zu verdanken haben sie dieses besondere Erlebnis unter anderem Prof. Dr. Peter Dahmann, Dekan des Fachbereichs und seit vielen Jahren selbst Pilot und Fluglehrer. „Dieses Angebot lässt sich jedoch nur im Team realisieren, da sehr viel Vorbereitung dahintersteckt und auch auf dem Flugplatz einiges bewerkstelligt werden muss“, sagt Prof. Dahmann. Dazu gehören Vorbereitung, Auf- und Abbau vor Ort, Abstimmung mit der Luftaufsicht, Nutzung der Thermik und Schleppen der Flugzeuge.
Auf dem Flugplatz in Merzbrück kann man die Faszination der Studierenden sehen, wenn die Segelflugzeuge in den Himmel starten. Gesteigert wird die Begeisterung noch, wenn sie in Begleitung eines Fluglehrers in eine der rund 400 Kilogramm schweren Maschinen steigen dürfen. Das Schleppseil wird am Flugzeug eingeklinkt, anschließend zieht das Schleppflugzeug die Segelflieger in die Höhe. Dort können sie bei Aufwind ohne Motorhilfe weiter steigen. Ein Moment, der so schnell nicht in Vergessenheit geraten wird.
Foto: FH Aachen / Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik
Insgesamt dürfen 25 Studierende ihre ersten Flugstunden absolvieren und können zusätzlich Credit Points für ihr Studium sammeln. Gegen Ende des Semesters werden sie dann einen englischsprachigen Vortrag zum Thema Fliegen halten, um die Prüfungsleistung abzuschließen. Vor Ort sind drei verschiedene Gruppen in die Summer School involviert. Die Gruppe der Flugschülerinnen und Schüler hat neben dem eigentlichen Lernen des Fliegens die Aufgabe, die Flugzeuge unter Anleitung der Helfer auf- und abzurüsten und auf dem Flugplatz zu bewegen. Dazu gehört auch das Schreiben der Flugdokumente und das Aufladen der Batterien über Nacht. Eine weitere Gruppe bestand aus den flugerfahrenen Helfern, die den Studierenden überall mit Rat und Tat zur Seite standen und sich um die organisatorischen Angelegenheiten gekümmert haben. Zur dritten Gruppe gehörten unter anderem zwei externe Medizinstudentinnen der RWTH. Diese betreuen ein wissenschaftliches Forschungsprojekt, das den Stresslevel der Pilotinnen und Piloten untersuchen soll. Dabei wurden ihnen Sensoren aufgeklebt, die die Pilotenbelastung während des Fluges messen. Die Ergebnisse werden nach der Summer School ausgewertet.
Insgesamt hat die Summer School Flying Practice fliegerische Relevanz, denn „das primäre Ziel ist die Erfahrung, dass das Erlebnis des Fliegens nur möglich ist, wenn in gemeinsamer Teamarbeit ein sicherer Flugbetrieb erfolgt“, betont Prof. Dahmann. Perspektivisch gesehen hoffe er, dass der Flugplatz in Merzbrück ausgebaut werde, um ihn auch für weitere und größere Forschungsprojekte nutzen zu können. Einen besonderen Dank für die Unterstützung richtet er an die FAG Aachen e.V. (Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft an der FH Aachen) sowie an die ortsansässigen Segelclubvereine, die Flugwissenschaftliche Vereinigung der RWTH Aachen (FVA), den Luftsportverein Aachen e.V., die Philips Segelfluggruppe e.V., den SFG Nordstern e.V. und die engagierten Fluglehrer und Schlepppiloten sowie die Luftaufsicht des Flugplatzes.