Ausbildung

Was man dieses Jahr bloß anfangen soll? Eine Ausbildung!

Kammerbezirk Aachen. Auch wenn Corona den Ausbildungsmarkt kräftig durcheinander gewirbelt hat, gibt es im Handwerk nun deutliche Lichtblicke: Das Defizit der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Bezirk der Handwerkskammer Aachen von zeitweise bis zu 20 Prozent  ist inzwischen auf  7,4 Prozent geschrumpft. Lediglich 157 Ausbildungsverträge fehlten Ende September noch, um das Vorjahresniveau zu erreichen. 

Insgesamt 1.965 neue Lehrverträge wurden zum Stichtag 30. September von Handwerksbetrieben in der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren,  Euskirchen und Heinsberg abgeschlossen. Alleine in den Sommermonaten Juni bis September sind bei der Handwerkskammer Aachen 1.343 Verträge eingetragen worden.

„Wir deuten diese Entwicklung als ein sehr positives Zeichen, dass unsere Mitgliedsbetriebe trotz aller Erschwernisse in ihren Ausbildungsbemühungen nicht nachlassen“, sagt Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen. „Auch Jugendliche, die noch in der Orientierungsphase sind, können wir nur ermutigen, einen Blick in die Lehrstellenbörse der Kammer zu werfen, in der es immer noch offene Stellen gibt“, so der Kammerchef. 

Nach den Einbrüchen der Ausbildungszahlen in und nach der Lockdown-Phase, von der insbesondere das Friseurhandwerk, aber auch Handwerksbetriebe mit Verkaufsstellen und gastronomischer Versorgung betroffen waren, hatte die Kammer in den Sommermonaten öffentlichkeitswirksam dazu aufgerufen, dass eine Ausbildung  jederzeit begonnen werden könne, nicht nur zum 1. August. Offenbar ist das Signal auch bei jungen Bewerbern und Bewerberinnen angekommen.

Rund 80 Ausbildungsbetriebe aus dem Kammerbezirk haben inzwischen auch die vom Bund im Rahmen der Coronahilfe vorgesehene Ausbildungsprämie von 2.000 beziehungsweise 3.000 Euro bei den Arbeitsagenturen beantragt. Sie wird gewährt, wenn der Betrieb trotz Kurzarbeit oder Corona bedingter Umsatzeinbrüche seine Ausbildungsquote in diesem Jahr beibehält oder steigert.

Auch wenn die Anforderungen an eine Auszahlung der Prämie recht hoch sind, hofft die Kammer, dass das Engagement der besonders betroffenen Betriebe honoriert wird. Erfreulich ist auch, dass in einigen Branchen wie den Bau- und Ausbauhandwerken sogar deutlich mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen werden konnten als im Vorjahr. Alleine im Bau- und Ausbauhandwerk gibt es ein Plus von 6  Prozent.

„Insgesamt wird unser Eindruck bestätigt, dass der Großteil der Handwerksbetriebe in unserem Kammerbezirk bislang die Coronakrise ganz gut gemeistert hat“, so Deckers.

 

Jetzt erst recht: Das Handwerk bildet weiter aus.